
Created using Perplexity AI
geschrieben von Karolina Capala, Talent Community Managerin bei cyberunity AG
Warum Transparenz besser ist als Perfektion und wie du Lücken richtig füllst.
8 Jahre Erfahrung, starke Projekte und Erfolge.
Aber zwischen 2022 und 2023 steht: n i c h t s.
Kein Eintrag. Keine Erklärung. Nur eine Lücke.
Der Arbeitgeber stoppt. Liest nochmal und denkt skeptisch: Was ist da passiert?
Und genau da hast du das Interview verloren.
Zwei Arten von Lücken
1. Zeitliche Lücken
6 Monate zwischen zwei Jobs. Oder 1 Jahr ohne Eintrag. Aber keine Erklärung.
Der Arbeitgeber denkt: Burnout? Gekündigt worden? Lange erfolglose Jobsuche?
2. Inhaltliche Lücken
Ein Job steht im CV: mit Titel und Jahreszahl. Sonst aber nichts.
Der Arbeitgeber denkt: War die Rolle ein Fehler? Gab es Probleme? Warum wird hier verschwiegen was man dort gemacht hat?
Beide Lücken machen dasselbe: Sie stoppen den Lesefluss. Und sie laden zur Spekulation ein.
Und Spekulationen sind bei den CVs fast immer negativ geprägt.
Was wirklich passiert
Linie und HR scannen deinen CV und suchen nach Auffälligkeiten. Eine Lücke führt zum Stopp und erzeugt direkt Fragezeichen.
Wenn der Arbeitgeber bei einer Lücke stoppt und sich fragt „Was ist hier los?“ dann ist deine Zeit vorbei. Dein CV wird zur Seite gelegt und der nächste kommt dran.
Nicht weil die Lücke disqualifizierend ist. Sondern weil sie eine unbeantwortete Frage ist. Und unbeantwortete Fragen kosten Zeit.
„Aber ich will nicht darüber reden“
Verstehe ich.
Vielleicht warst du zwischen zwei Projekten und die Firma hat restrukturiert. Vielleicht warst du in einer Rolle die nicht funktioniert hat. Vielleicht hast du bewusst eine Pause gemacht.
Das ist okay.
Aber: Schweigen macht es schlimmer. Weil Schweigen Raum lässt für Interpretation. Und die fällt fast nie zu deinen Gunsten aus.
Eine ehrliche, knappe Erklärung schlägt Schweigen. Immer.
So füllst du Lücken richtig
Zahlendarstellung: Immer Monate angeben
Schwach:
- 2021 – 2025: Senior Cyber Security Analyst, Firma
- 2019 – 2022: Cyber Security Analyst, Firma
Stark:
- Mai 2021 – April 2025: Senior Cyber Security Analyst, Firma
- Januar 2019 – Juni 2022: Cyber Security Analyst, Firma
Warum? Weil Jahreszahlen Lücken verstecken können. „2022–2023“ könnte bedeuten: Dezember 2022 bis Januar 2023 (nur 2 Monate). Oder Januar 2022 bis Dezember 2023 (2 Jahre).
Mit Monaten ist alles nachvollziehbar. Keine versteckten Lücken und somit keine Spekulationen.
Zeitliche Lücken: transparent, aber kurz
Schwach:
- März 2023 – Heute: Senior Cyber Security Analyst, Firma
- Januar 2019 – Juni 2022: Cyber Security Analyst, Firma
Stark:
- Juli 2022 – Februar 2023:
- Berufliche Neuorientierung nach Projektabschluss. Fokus auf OSCP-Zertifizierung und strategische Jobsuche.
Oder:
- Juli 2022 – Februar 2023:
- Auszeit nach Unternehmensrestrukturierung. Nebenbei Teilnahme an Bug Bounty Programmen.
Kurz und ehrlich. Kein Drama. Weiter.
Inhaltliche Lücken: lieber kurz als gar nicht
Wenn ein Job relevant war, aber vertraulich, ist es besser genau das zu sagen.
Schwach:
- Security Consultant, Firma Januar 2021 – Dezember 2022
- [keine weiteren Angaben]
Stark:
- Security Consultant, Firma Januar 2021 – Dezember 2022
- Beratung im Bereich kritische Infrastruktur (Details unter NDA)
Du sagst nicht zu viel. Aber du gibst genug Kontext damit der Arbeitgeber weiterlesen kann.
Und wenn der Job nicht relevant ist?
Dann schreib ihn trotzdem rein aber mach ihn klein.
Schwach:
- [Job komplett weglassen, 2 Jahre Lücke entsteht]
Stark:
- Logistiker, Firma Juli 2019 – September 2022
- Operative Tätigkeit während beruflicher Neuorientierung und Studium in Cyber Security
Eine Zeile. Keine Details. Aber die Lücke ist weg!
Transparenz schlägt Perfektion
Kein CV ist makellos. Karrieren sind selten linear.
Aber ein CV der nachvollziehbar ist, ist glaubwürdig. Und Glaubwürdigkeit bringt dich näher zum Interview.
Geh deinen CV durch:
- 1. Gibt es zeitliche Lücken ohne Erklärung?
- 2. Habe ich Jobs weggelassen und dadurch eine Lücke geschaffen?
- 3. Gibt es Jobs die nur als Titel dastehen ohne Kontext?
Wenn ja, dann füll sie. Kurz, ehrlich und transparent.
Nächste Woche: Arbeitszeugnisse und Ausbildung. Wie du mit abgebrochenen Ausbildungen und negativen Zeugnissen umgehst.
Dieser Artikel ist Teil der cyberunity CV-Serie für Cyber Security Professionals in der DACH-Region.